HolidayCheck: Geballtes Temperament auf engem Raum
Die Unternehmensgeschichte von HolidayCheck.de ist ein echter Besteller. Aufgrund des großen Erfolges schreibt nun ein eingeschworenes Team verschiedenster Nationalitäten an der internationalen Fortsetzung der HolidayCheck-Geschichte.
Es ist fünf vor 12 im Team International. Aus Italien, Polen, Großbritannien, Spanien, China... stürmen sie herbei. Eilig springen die Kollegen von Ihren Arbeitsplätzen auf, hasten die Korridore entlang und drängeln sich in einen viel zu kleinen Raum. Hier im Büro des Managing Directors International Friedrich von Scanzoni, erfüllt ein wahrlich babylonisches Sprachengewirr die Luft. Dieses hatte – glaubt man den Erzählungen des alten Testaments – einst einen Turm zum Einstürzen gebracht. Doch das wird hier in Bottighofen garantiert nicht passieren. Die verschiedenen Sprachen sind unbedingt notwendig, um am schönen Bodensee etwas Großes, Neues aufzubauen. 40 Mitarbeiter aus 11 Ländern bauen hier ein solides Fundament, um die Internationalisierung des Unternehmens voranzutreiben. ’Fünf vor 12’ ist deshalb auch kein Warnsignal im Team International. ’Fünf vor 12’ ist es hier schließlich jeden Tag: So heißt nämlich das tägliche Meeting zum gemeinsamen Gedanken- und Informationsaustausch.
Wodka mit Paella
Italienisch, französisch, spanisch, chinesisch... 13 Sprachen werden im Team International gesprochen. Die ungewöhnlichste ist aber sicherlich jene, die am Ende des Großraumbüros beherrscht wird. Sie nennt sich PHP. PH... was? René Bach lacht und erklärt: „ Das ist die Sprache in der unsere Seiten programmiert werden.“ Er ist Teamleiter der internationalen IT und Mann der ersten Stunde. Wenn er sich zurücklehnt und von den Anfängen der Abteilung erzählt, beginnt eine spannende Reise zurück in der Zeit. „Damals waren wir ein richtiges ’Kumpelunternehmen’“, lacht er. „Jeder hat alles gemacht und das Gehalt war uns völlig egal. Einfach nur hier zu arbeiten, hat Spaß gemacht.“ Was auffällt: wenn René erzählt, fallen immer wieder die Worte „Zusammenhalt“, „Freundschaft“ und „Pioniergeist“. Sie lassen Einen den Spirit von damals beinahe mit den Händen fassen: „Es herrschte ein tolles Verhältnis unter den Mitarbeitern. Man kannte sogar noch jeden einzelnen mit Namen.“ Diese Namen verbindet er auch heute noch mit unglaublichen Kuriositäten: „Was damals online ging, war absurd. Uns sind ständig irgendwelche Fehler unterlaufen.
Ein Mitarbeiter hat es sogar einmal geschafft, das ganze Mailprogramm lahm zu legen. Er hatte sich selbst in einer Mail Cc. gesetzt, die an 50.000 Leute rausgeschickt wurde.“ Die Mail kam genauso oft an ihn zurück. Von früher drei ist die Zahl der Mitarbeiter heute auf 40 gewachsen. Prozesse wurden optimiert und professionalisiert. Was geblieben ist: Für René ist das Team International noch immer etwas ganz Besonderes. „Geballte Temperamente sind hier gemeinsam in einem Raum. Es ist immer etwas los.“ Und bei Einem ist er sich sicher: „Wir feiern garantiert die meisten Partys! Wenn früher eine neue Plattform online ging, gab es sogar immer ein themenbezogenes Essen. Etwa Wodka und Kaviar bei Russland und Polen, Paella und Pasta bei Spanien und Italien, Käseplatten bei Holland.“ Höchste Zeit, dass sich HolidayCheck eine weitere Sprache erschließt.
Erfolg in Polen
Für das Buchungs- und Bewertungsportal ist Internationalisierung nicht nur Strategie, sondern logische Konsequenz. Der Erfolg der Plattform soll sich in Europa und der Welt verbreiten. Glückliche Urlauber sind schließlich keine typisch deutsche, holländische oder russische Angelegenheit.
In 10 Sprachen ist HolidayCheck bereits mit Reisecommunitys unterwegs. Was vor vier Jahren in einem Mini-Team entstand, hat heute beachtliche Erfolge vorzuweisen. Die polnische Plattform entwickelt sich prächtig. Zwölf Mitarbeiter arbeiten in einem eigenen Büro in Warschau, die Buchungen liegen fast 300 Prozent über dem Soll und auf Facebook hat HolidayCheck Polen mehr als 30.000 Fans. Seit neuestem gibt es hier sogar ein Content-Team. Es checkt polnische Bewertungen ganz eigenständig. Und neue Büros in anderen Ländern stehen an: Frisch eröffnet ist ein eigenes HolidayCheck-Büro in Frankreich. Russland und Tschechien stehen als nächstes auf der Liste. HolidayCheck erschließt jedoch nicht nur Länder, sondern auch Karrieren. Die Geschichte von Elzbieta Naklicka (kurz: Ela) ist da ein prima Beispiel. Sie machte 2008 ein Praktikum bei HolidayCheck und wurde prompt festangestellt. Heute ist Ela Sitemanagerin für Polen. Als sie ins Team einstieg, gab es viel zu tun. „Die Seiten waren zwar schon übersetzt, aber es war eine Katastrophe. Die polnische Seite musste komplett erneuert und an den polnischen Markt angepasst werden. Wir haben alles gemacht, Übersetzungen, Verträge, Analyse, Pressekontakte. Sogar selber Hotels haben wir getestet“, erzählt die 30-jährige Polin. „Seit Mitte 2009 ist alles strukturiert, das Team in Polen arbeitet professionell und selbständig. Wir haben einen sehr großen Sprung gemacht“, berichtet sie nicht ohne Stolz. Auch privat klappt es: Ela ist gut mit den anderen Mitarbeitern befreundet. „Man trifft sich oft und es bildet sich so etwas wie eine kleine Familie. Alle sind füreinander da“. Sprachliche Missverständnisse gibt es da hin und wieder natürlich auch. „Gerade am Anfang konnten wir alle noch nicht so viel deutsch. Da hat zum Beispiel mal jemand ganz schnell eine Küche anstelle eines Kuchens gebacken“, scherzt sie.
Vive la France
Break fürs Foto-Shooting im Team International. Fröhliche Menschen hört man und lautes Gelächter. Sie sind auf dem Sprung… nach oben. Extra aus Paris sind sogar die französischen Kollegen angereist. Matthias Papet, Countrymanager für Frankreich, verkörpert die Entwicklung von HolidayCheck wohl am besten. Seine Stationen: Aufgewachsen auf der paradisischen Insel La Réunion, studiert in Paris, danach Top-Manager bei Air France und Google. „Als logischer Schritt konnte da eben nur HolidayCheck folgen“, lacht der 36-jährige. „Es hört sich lustig an, für mich ist es aber ernst. Mich reizt die Herausforderung, an die Erfolge in Deutschland anzuknüpfen. HolidayCheck kann in Frankreich genauso stark sein.“ Und der Franzose schmunzelt schon wieder: „Dafür bin ich ja jetzt da.“ Für ihn ist das Wichtigste, die französische Seite an den eigenen Markt anzupassen. „Die Franzosen haben ein anderes Reiseverhalten als die Deutschen.
Sie bleiben lieber im eigenen Land. Da gibt es Meer und Seen für den Sommerurlaub und natürlich wunderschöne Berge zum Skifahren im Winter. Wer es doch etwas exotischer mag, der fährt nach Marokko oder Tunesien. Mallorca ist für die Franzosen als Reiseziel nicht attraktiv.“ Ob Deutscher, Polin oder Franzose – in einem sprechen sie auf jeden Fall dieselbe Sprache: Alle drei sind sich einig, dass eine Internationalisierung unbedingt notwendig für die Weiterentwicklung von HolidayCheck ist. Weltweit sein, heißt International sein. Sich für andere Märkte zu öffnen, heißt die kulturellen Unterschiede der einzelnen Länder anzunehmen, Kompromisse eingehen und damit zu arbeiten. Gelebt wird das bereits im Team International in Warschau, Paris und in jenem viel zu vollen Büro in Bottighofen.
von Juliane Kurr und Claudius Moarefi
