FOCUS Online: Nutzwert tief in der DNA verankert
FOCUS Online gehört zu den größten Nachrichtensites im deutschen Internet. Anfang 2011 feierte die Redaktion ihren 15. Geburtstag. Über die Jahre hat sie das Angebot immer wieder neu erfunden. Eine Konstante ist geblieben: der Nutzwert-Journalismus.
“Wir wollten damals nicht einfach das FOCUS-Magazin auf den Bildschirm bringen”, erinnern sich Anita Stocker und Harald Kuck. Die stellvertretende Chefredakteurin und der Leitende Entwicklungsredakteur gehörten zur Gründungsmannschaft von FOCUS Online, die das Angebot ab Sommer 1995 erdacht und am 18. Januar 1996 ins Netz gebracht hat. Während die Wettbewerber ausgesuchte Inhalte aus ihren Printpublikationen ins Internet stellten und hier und da mit aktuellen Nachrichten garnierten, setzte die FOCUS-Mannschaft von Beginn an auf eigene Leistungen mit Interaktivität und Mehrwert für den Leser. Kurz: Nutzwert. Ein Kreditkartenvergleich war die erste große Geschichte. Aus einer riesigen Excel-Tabelle entwickelte die Online-Redaktion eine Datenbank, die die Nutzer per Webformular abfragen konnten, um die für sie beste Kreditkarte zu finden. „So etwas hatte damals noch niemand”, sagt Kuck.
Mit dem Kreditkartenvergleich war der Grundstein für das Fundament von FOCUS Online gelegt, das die Site über Jahre tragen sollte. Und auch heute noch spielen Berechnungsprogramme und Datenbanken eine wichtige Rolle. Zum Kreditkartenvergleich, den es heute noch gibt, gesellten sich im Laufe der Jahre Tools wie der Brutto-Netto-Rechner, Applikationen zur Berechnung von Immobilienfinanzierungen, der Lebenszeitrechner des Gesundheitsressorts und ein Rechner für den Restwert eines Autos.
Vollsortiment
Gehegt und gepflegt werden die Dutzenden Rechner und Vergleiche nach wie vor, für viele Nutzer sind sie unverzichtbare Werkzeuge. Das Gesicht von FOCUS Online, also vor allem die Homepage prägen sie aber nicht mehr. Die Site ist längst zu einem Nachrichtenportal geworden, das seine Leser schnell und zugleich umfassend informiert über die Politik der Bundesregierung, die Entwicklung in der arabischen Welt und die Eurokrise ebenso wie die neuesten Ergebnisse aus der Krebsforschung und die Entwicklung der Hypothekenzinsen. Zum Vollsortiment gehören auch aktuelle Börsen- und Wetterdaten sowie das FOCUS-Archiv, das bis zur ersten Ausgabe aus dem Jahr 1993 zurückreicht.
Gewachsen ist über die Jahre nicht nur das journalistische Angebot. FOCUS Online hat früh auch seine Leser mit einbezogen, zunächst mit dem Aufbau von Diskussionsforen. Seit 2006 können die Nutzer auch direkt auf die Seite schreiben: Jeder Artikel lässt sich kommentieren. Für die Redaktion ist diese Funktion heute ein wichtiger Rückkanal, denn in den Kommentaren wird das spezifische Interesse und die Haltung der Leser zum jeweiligen Thema deutlich. „Auf diese Weise ergeben sich immer wieder neue Perspektiven und damit auch – von Lesern angestoßen – neue Geschichten“, sagt Anita Stocker.
Die stellvertretende Chefredakteurin hat die Leserbeteiligung in den vergangenen Jahren weiter entwickelt. In User-Rankings können Nutzer über Netbooks, Banken und Politiker abstimmen und so der Redaktion, sowie den Lesern und Anbietern eine Rückmeldung über Produkte und Leistungen liefern.
Bewegte Zeiten
War das Netz in den ersten Jahren durch Texte und Bilder geprägt, so sind Videos inzwischen zu einem integralen Bestandteil geworden. Bei FOCUS Online produziert ein eigenes Ressort eine Vielzahl eigener Formate, darunter die Auto-
testreihe “Klickdown” und die “Netz-videoschau”, ein Zusammenschnitt der besten Internetvideos einer Woche. Für “Renners Hollywood” sucht ein Korres-pondent jede Woche eine spannende Geschichte aus der Filmmetropole und in der Serie “Beziehungsglück” erklären zwei Trainer, wie man das eigene Privatleben wieder in Schwung bringt. Dass die Kollegen auch dafür sorgen, dass aktuelle Nachrichtenvideos die Berichterstattung in Politik, Wirtschaft und Panorama anreichern, versteht sich fast von selbst.
Mit dem Internet haben sich auch die Kanäle weiterentwickelt, auf denen FOCUS Online präsent ist. Die Homepage ist zwar nach wie vor das wichtigste Schaufenster für die aktuellen Inhalte, doch andere Wege zum Nutzer werden immer wichtiger. Das Video-Ressort betreibt einen YouTube-Channel, wo die eigenen Formate zusätzlich ausgespielt werden. Darüber hinaus ist FOCUS Online auf Facebook präsent und füttert rund ein Dutzend Twitter-Kanäle mit den besten Geschichten – aus den Ressorts und aus dem Gesamtangebot.
Begleiter auf allen Kanälen
„Immer wichtiger werden die mobilen Angebote, die seit der Einführung des iPhones einen Boom erleben“, sagt Produktchef Oliver Ebert. FOCUS Online war früh mit einer eigenen iPhone-App auf dem Markt. Die Version fürs iPad ist parallel zum Verkaufsstart in Deutschland des Tablet-Computers in den App-Store gelangt. „Die Zugriffszahlen über diese Kanäle steigen schnell“, sagt Ebert. Deshalb werde das Angebot derzeit ausgebaut. Das mobile Internet und Social Media gehören zugleich zu den größten Herausforderungen für FOCUS Online. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern werden Nachrichten und auch längere Hintergründe nicht mehr allein auf dem Schreibtisch-PC oder auf dem Notebook auf dem Sofa gelesen. Gleichzeitig verlassen sich immer mehr Menschen auf die Empfehlungen aus ihrem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis. FOCUS Online folgt seinen Lesern auf diesen Wegen und bietet ihnen fundierten Nachrichten- und Nutzwertjournalismus überall dort, wo sie sich aufhalten – im Netz und im Leben.
Von Björn Sievers
