Finanzen100: Offenes Ohr
Wie es einem kleinen Start-up aus Köln gelang, im hart umkämpften, von bekannten Platzhirschen dominierten Terrain der Finanz- und Börsenportale in so kurzer Zeit Fuß zu fassen.
1,6 Millionen Visits im Januar 2011. Plus 220% gegenüber dem Vorjahreswert. Die Wachstumsrate des jungen Börsenportals Finanzen100.de lässt sich sehen. Auch als iPhone-App ist Finanzen100 äußerst erfolgreich. Mit durchschnittlich 4,5 von 5 möglichen Sternen spielt Finanzen100 hier in der Königsklasse der iPhone-Apps. Heute ist Dienstag, Karnevalsdienstag. Der Tag nach Rosenmontag. Gestern herrschte in Kölns Straßen, Kneipen und Veranstaltungssälen der Ausnahmezustand. Eine Million Kölner feierten bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen den wichtigsten Tag des Jahres. Mittendrin im karnevalistischen Pflichtprogramm eines jeden Kölners war natürlich auch das Team von Finanzen100. Trotz aller Feierlichkeiten – heute gehen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Finanzen100-Räumen in Köln-Ehrenfeld wieder konzentriert ihrer Arbeit nach. Denn es gilt trotz Karneval gemeinsam ein wichtiges Projekt zu vollenden.
Android-App am Start
Das Team um Geschäftsführer Oliver Eckert und Senior Manager Markus Nimtz hat sich gerade zu einem Meeting versammelt, in dem die letzten Schritte vor dem Live-Gang der ersten Finanzen100-App für Handys mit Googles Android-Betriebssystem besprochen werden. Grund der Android-App-Einführung ist die wachsende Bedeutung des mobilen Google-Betriebssystems – bereits ein Drittel aller neuen Smartphones weltweit wird mit Android betrieben. „Entscheidend war für uns ist das starke Feedback unserer User, die sich eine Finanzen100-Android-App wünschten. Und Nutzerfeedback nehmen wir stets sehr ernst“, sagt Markus Nimtz. Nimtz ist verantwortlich für das gesamte Finanzen100-Produktspektrum. Dieses umfasst die Webseite, sowie Apps für Smartphones, wie das iPhone und Tablet-PCs, wie das iPad.
Die Offenheit für jegliches Feedback scheint eines der Erfolgsgeheimnisse von Finanzen100 zu sein. Von Beginn an habe man auf einen kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozess gesetzt. Dabei seien laufende Feedbackschleifen ein entscheidender Erfolgsfaktor gewesen, sagt Eckert: „Wir pflegen eine offene Unternehmenskultur. Direktes, ehrliches Feedback der Mitarbeiter untereinander ist ausdrücklich erwünscht. Das brachte uns so manches Mal den entscheidenden kreativen Kick zum Erreichen des nächsthöheren Levels. Und es hat uns als Team noch enger zusammengeschweißt.“Neben dem Feedback untereinander setzte man bei Finanzen100 früh auf Feedback von außen. Bereits in der nichtöffentlichen Alpha-Phase wurden Experten eingeladen, das noch im Entstehen befindliche Portal auf Herz und Nieren zu testen. Alle positiven und erst recht alle kritischen Rückmeldungen wurden intensiv analysiert, diskutiert und flossen noch vor dem offiziellen Start in die Verbesserung des Produkts ein.
Feedback als Entscheidungshilfe
Im August 2009 erfolgte dann der Übergang von der nicht öffentlichen Alpha- in die öffentliche Betatest-Phase. Ohne große Vorankündigung wurde die Seite ins Netz gestellt. Von Beginn an prangten rechts und links zwei deutlich sichtbare ‚Feedback‘-Buttons, über die die ersten offiziellen Nutzer ihre Kommentare, Fragen und Anregungen an das Finanzen100-Team richten konnten. „Wir hatten großes Lampenfieber, waren einfach sehr gespannt auf das erste Nutzerfeedback. Das war dann erfreulicherweise sehr positiv. Natürlich gab es auch negative Stimmen, die uns auf Fehler hinwiesen oder sich Verbesserungen wünschten. Oft waren das Dinge, die wir selbst schon auf dem Plan hatten, manchmal betraf es aber auch Themen, bei denen wir noch nicht sicher waren, ob wir sie wirklich umsetzen sollten. Hier war uns das Nutzerfeedback dann eine große Entscheidungshilfe“, sagt Nimtz. Finanzen100 ist übrigens nicht nur für das Feedback der Nutzer offen. Auch Werbekunden haben oftmals ganz spezielle Wünsche und Vorstellungen, die das Produktteam dank seines hohen Flexibilisierungsgrades schnell umsetzt.
Eigenes App-Know-how
Einen direkten und offen einsehbaren Feedbackkanal bietet Apples App-Store. Dort haben User die Möglichkeit, heruntergeladene Apps mit ein bis fünf Sternen zu bewerten und die Gründe dafür in einer Rezension zusammenzufassen. Die Finanzen100-App erzielt hier mit 4,5 Sternen ein Traumergebnis. „Wir erhalten extrem viel Lob für unsere iPhone-App“, sagt Eckert. Die Rezensionen reichen entsprechend von „Super Programm auch für Anfänger“, über „Wirklich gut durchdachte App!“, bis hin zu „Das erste Mal, dass ich bewerte! Weil es einfach eine klasse App ist!“ Natürlich sind auch kritische Stimmen darunter, wenn auch wenige. „Die Meinung der User liegt uns sehr am Herzen. Wir geben schnellstmögliches Feedback auf Fehlermeldungen oder Verbesserungsvorschläge. Rückmeldungen zu Fehlern gehen unmittelbar an unser IT-Team, das die App entwickelt hat und daher auch sofort Bug-Fixes vornehmen kann“, sagt Nimtz. Ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Es sei schnell klar gewesen, dass man auf jeden Fall eine iPhone-App und eventuell auch Apps für weitere Systeme anbieten wolle. Daher habe man sich dafür entschieden, eigenes Entwicklungs-Know-how aufzubauen. So habe man auch in kurzer Zeit die beiden Apps ‚Meine Firma‘ und ‚Finanznachrichten‘ erstellen und so weitere Erfahrungen mit Apps sammeln können. „Der große Erfolg unserer Finanzen100-iPhone-App hat uns jedenfalls Recht gegeben, dass wir hier viel investiert haben. Wir sind jetzt im Download-Ranking seit über zwei Monaten konstant vor allen Wettbewerbern im App-Store“, sagt Nimtz. Während die Finanzen100-Android-App im März veröffentlicht wurde, arbeitet das IT-Team bereits an einer neuen, völlig überarbeiteten iPad-Anwendung, die auf den Konzepten für das iPhone aufsetzt und zusätzlich das größere Display ausnutzt. Die neuen Programme sollen an den Erfolg der Webseite und der iPhone-App anknüpfen. Die Chancen dürften gut stehen.
Von Armin Blohmann
